Verleihung des 4. Bundespflegepreis der BFLK

Göttingen
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BFLK-Pressereferent – R. Kleßmann
Preisträger, BFLK Bundespflegepreis 2016

von links: S. Ludowisy-Dehl, M. Biskamp, D. Emmerich, G. Schnieders, B. Kuhlmann, C. Knab, Y. Schneider, J. Dondalski, G. Oppermann

Am dritten Tag wurde der 4. Bundespflegepreis der BFLK verliehen. Die Moderation dieser Veranstaltung hatte der Initiator des Pflegepreises Jörg Dondalski, Pflegedirektor des LWL-Therapiezentrums für Forensische Psychiatrie in Marsberg. Er verstand es einen Spannungsbogen zu erzeugen, in Kombination mit dem Gesang von Julia Schönleiter, den einführenden Worten von Silke Ludowisy-Dehl, Stellvertretende BFLK-Vorsitzende und den Beiträgen der Laudatoren Claudia Knab, Martin Biskamp und Georg Schnieders, der einer Preisverleihung würdig war. Insgesamt waren 7 Beiträge nominiert, die bereits im Jahr 2015 in ihren jeweiligen Bundesländern überzeugten und dort mit den Landespflegepreisen gewürdigt wurden. Der Bundespflegepreis ist mit insgesamt 1.600 € dotiert, alle Preisträger erhielten einen lautstarken Applaus.

1. Preis

Der erste Preis geht an Barbara Kuhlmann, BSc.N, MSc.N, aus der Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, Rheinland-Pfalz mit ihrem Projekt "Suizidprävention in der Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie: Entwicklung, Einführung und Implementierung". Ausgangslage waren mehrere Suizide innerhalb kurzer Zeit. Durch die Implementierung von Skalen, Schaffung von Ge-sprächsmöglichkeiten und die Umsetzung von weiteren Präventionsmaßnahmen gab es nach der Umsetzung keine weiteren Suizide. "Patienten äußern sich positiv, spüren ein ernstgemeintes Interesse an ihren Sorgen, Lebensängsten, schöpfen aber auch Hoff-nungen", so Barbara Kuhlmann. Das Projekt hat die Kraft als Leuchtturm in der Psychiat-rielandschaft zu bestehen. Ich bin mir sicher, dass viele Einrichtungen ähnliche Präventi-onsprogramme erarbeiten.

2. Preis

Der zweite Preis geht an Dietmar Emmerich aus der LWL-Klinik Paderborn, Nordrhein-Westfalen mit dem Projekt "WIRecovery, Gehen den Weg Hand in Hand". Der Preis geht eigentlich an die Teilnehmer der Recovery-Gruppe. Diese besteht aus professionell Pflegenden, Erfahrenen und aktuell Betroffenen. Es war phantastisch zu erleben, dass die Recovery-Idee bis auf die Bühne der Preisverleihung reichte, denn alle waren nach Göttingen angereist um ausgezeichnet zu werden. Für die Genesung, Wiederherstellung und Gesundung und um nach einer psychischen Erkrankung einen guten Weg zu finden, müssen zukünftig mehr Projekte dieser Art ins Leben gerufen werden. (freier Vortrag, keine Präsentation verfügbar)

3. Preis

Der dritte Preis geht an Yvonne Schneider aus Weilmünster, Hessen mit dem Projekt "Sprache ohne Worte". Die Preisträgerin macht keine großen Worte um ihr Projekt. Das Arbeiten mit Menschen die ihre Sprache verloren haben und das fachliche Know-How anzuwenden um ihnen zu helfen, ihre Sprache wieder zu finden ist das deutlich spürbare Engagement von Yvonne Schneider. Sie arbeitet mit Visualisierungen, Imagination, körperlichen Übungen. "Die Stimme eines Menschen ist seine Visitenkarte", so Yvonne Schneider. Sie selbst kann ihre Sprache überzeugend und klar einsetzen, welches sie bei ihrer Projektvorstellung bewies. Absolut bewundernswert. (freier Vortrag, keine Präsentation verfügbar)

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