Hessensieger belegt 2. Preis beim Bundespflegepreis der BFLK

F. Schmitz
Stephan Vaupel (untere Reihe 2. v. links)

Herr Stephan Vaupel (untere Reihe 2. v. links) aus der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina belegte mit seiner Arbeit zum Projekt: Untersuchung zur Lebensqualität langzeituntergebrachter Forensikpatienten und die Schlussfolgerungen für die Patienten und auch die Mitarbeiter/innen einer Langzeitstation einer forensischen Klinik den 2. Platz des Bundespflegepreises der BFLK.

Der Preis wurde im Rahmen der 39. Jahrestagung der BFLK im Kloster Irsee vergeben. Landesvorsitzender Martin Biskamp würdigte in seiner Laudation die Arbeit von Herrn Vaupel. Wir dürfen Herrn Vaupel rechtherzlich gratulieren und freuen uns schon jetzt auf die kommenden Arbeiten bei der Vergabe des nächsten Landespflegepreises.

Der Vorsitzende des Landesverbandes Hessen und Mitglied der Jury, Martin Biskamp,  beschrieb diese Arbeit in seiner Laudatio wie folgt:

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!
Liebe Preisträgerin, liebe Preisträger!

Ich habe nun die Ehre, die Arbeit des zweiten Platzes des 3. Bundespflegepreises der BFLK zu würdigen:

Sie, Herr Vaupel, beschreiben in Ihrer Arbeit ein Projekt, in dem die Lebensqualität langzeituntergebrachter Patienten im Maßregelvollzug nach § 63 StGB untersucht wird.

Sie benennen als Anstoß zu dieser Untersuchung:

• zunehmend hohe Belegungszahlen
• keine bzw. kaum absehbare Entlass – Perspektive für eine große Gruppe von Patienten
• unklare Anforderungen an ein geeignetes Behandlungskonzept

Zu folgenden Aspekten benennen Sie die Notwendigkeit von aussagekräftigen Konzepten und Bedingungen:

• realistische Zielsetzungen und Maßnahmen in Bezug auf die Behandlung und Betreuung dieser Patientengruppe
• mit dem Ziel einer humanen Unterbringung
• messbare Erfolge als Grundlage der Bestätigung der bisherigen Arbeit und der gezielten Weiterentwicklung von Konzepten

Herr Vaupel schildert in seiner Arbeit Zielsetzung und Methodik der Befragung der Patienten und Mitarbeiter zur Lebensqualität sowie die Weiterentwicklung der Fragebögen über mehrere Jahre.
Das Projekt wurde gemeinsam mit Kollegen aus den Niederlanden durchgeführt und begleitet.
Die Darstellung der Befragungsergebnisse zeigt in den verschiedenen Vergleichsparametern sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede und Abweichungen, sowohl in Bezug auf die Patienten, als auch in Bezug auf die Mitarbeiter bzw. die beteiligten Kliniken beider Länder.

Herr Vaupel zieht aus den Auswertungen der Befragungen, Bezug nehmend auf die geschilderte Ausgangssituation, folgende notwendige Schlussfolgerungen:

• gezielt angestrebte Verbesserung / Anpassung der Behandlungsangebote
• Bedeutung der Sozio – und Milieutherapie zur Verbesserung der Lebensqualität der Patienten
• geeignete Rahmenbedingungen für eine humane Unterbringung dieser Patienten

Es ist mir eine große Freude, Ihnen, Herr Vaupel, für diese Arbeit in Bezug auf Ihre Tätigkeit in einer forensischen Klinik, als Leiter des Pflege – und Erziehungsdienstes einer forensischen Klinik, auch aus dem selben Unternehmen, zum zweiten Platz des 3. Bundespflegepreises der BFLK zu gratulieren.